Der wider den Wolf tanzt

Am nächsten Tage saßen wir gemeinsam bei einem Frühstück, für das die Dörfler wohl das Beste herangebracht hatten, was sie besaßen. Während wir aßen, sammelten wir Ideen, wie wir nun weitermachen sollten. Wir waren im Wald von Escavalon, oder eher gesagt in seinen Randgebieten. Irgendwo sollte einer dieser Steine sein – doch das war schon alles, was wir hatten. So blieb einmal mehr Nichts, außer die Ohren zu spitzen und dem Schicksal zu lauschen.

Da setzte sich Gustaff zu uns, der einmal tief durchatmete und wartete, bis wir unser Mahl beendet hatten. Dann setzte er an.
„Wir hatten hier im Dorf nicht von ungefähr die Befürchtung, dass sich ein Monster im Stollen eingenistet hat…es gab Berichte aus den umliegenden Dörfern, insbesondere denen im Süden. Eine gewaltige Kreatur, die bereits Dutzende Menschenleben auf dem Gewissen haben soll. Aber die Beschreibungen, von den wenigen Zeugen, die es gab, klangen nicht nach einer Spinne. Eher nach einem großen Hund… oder so. Das bedeutet, dass da draußen noch irgendetwas ist, das uns alle gefährdet.“

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Die Rosen der Macht

Wehrhaft wie eh und je ragte Deorstead vor uns auf, als wir über den großen Grenzfluss Devern übersetzten und damit nach einigen Wochen Clanngadarn wieder hinter uns ließen. Der Rückweg war ohne größere Schwierigkeiten vonstattengegangen, sodass wir einigermaßen ausgeruht in die „Zivilisation“ zurückkehrten, wie Garric stark betonte.
Wir setzten auf altvertrautes und suchten das Goldene Hufeisen auf. Kaum hatten wir es uns bequem gemacht, so näherte sich uns bereits ein bekanntes Gesicht: der Schäferssohn Jeremy!

„Na, Hallo! Ihr seid mir ja welche, seid einfach ohne mich abgehauen!“, beschwerte er sich sogleich, was Caileass mir grinsend übersetzte.
„Aber wir haben doch einen Treffpunkt ausgemacht und dann mussten wir eben dringend los… so lange waren wir ja auch nicht weg!“, beschwichtigte Olo seinen speziellen Freund, dem das in Verbindung mit einem Dünnbier bereits zu reichen schien. Wenig später scharwenzelte er wieder um Miyako herum, die ihn mit einer vergleichsweise freundlichen Nichtbeachtung konfrontierte. Aber Jeremy war ein hartnäckiger Bursche und so hatte die KanThai, ganz gegen ihren Willen, den ganzen Abend einen getreuen Verfolger, der sie auf Albisch zuschwafelte, dass ihr die Ohren bluten mussten. Indes stellte Landis unverhofft die Frage, wie es denn mit seiner Entlohnung aussehe.

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